Hessische Landkreise sprechen sich für Elektromobilität aus

Aus dem HLT

Besonders im ländlichen Raum werden immense Entwicklungspotenziale gesehen

 

Den Landkreisen kommt bei der Energiepolitik eine bedeutsame Rolle zu. Eine große Zahl engagiert sich bereits heute bei der Erzeugung erneuerbarer Energien. Die Landkreise sind an einer Reihe von Schaltstellen mit der Umsetzung von Energiekonzepten befasst. Außerdem übernehmen sie bei der Genehmigung von Wind-, Biogas- und anderen Anlagen sowie in der Regionalplanung eine wichtige Bündelungsfunktion und Moderatorenrolle. Dies betonte der Wirtschafts- und Planungsausschuss des Hessischen Landkreistages in Wiesbaden.

 

Die Ausschussmitglieder haben sich über den aktuellen Stand sowie die Potenziale von Elektromobilität in Hessen ausgetauscht. „Bei der gesteigerten Nutzung erneuerbarer Energien sowie dem Ausbau der Stromnetze bietet Elektromobilität immenses Potenzial, besonders für den ländlichen Raum“, fasst Präsident Robert Fischbach, Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf, die Einschätzung zusammen und appelliert, von Anfang an Anstrengungen zur Förderung und Erprobung der Elektromobilität in ländlichen Räumen zu unternehmen.

 

Die Landkreise begrüßen das besondere Engagement des Landes im Bereich der Elektromobilität und bedauern, dass die Bewerbung als „Schaufensterregion Hessen“ nicht erfolgreich war. Anhand von bundesweit vier Schaufensterprojekten sollen offene Fragen, beispielsweise zum Nutzungsverhalten im Alltag, untersucht werden und Elektromobilität öffentlichkeitswirksam demonstriert werden. Der Wirtschafts- und Planungsausschuss des Hessischen Landkreistages ruft die hessischen Landkreise auf, sich auch außerhalb dieses Projektes für Elektromobilität einzusetzen.

 

So ist Elektromobilität ein zentrales Zukunftsthema, das auch wichtige Wachstumsimpulse verspricht. „Elektromobilität kann aufgrund von zu vernachlässigenden Lärm- und Schadstoffemissionen die Lebensqualität vieler Menschen verbessern und einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Zentral ist allerdings, dass der zu erwartende Strommehrbedarf im Wesentlichen aus erneuerbaren Energien gedeckt wird“, verdeutlicht der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Landrat Joachim Arnold (Wetteraukreis). 

 

Besondere Potenziale, aber auch Bedarfe für Elektromobilität sehen die Landkreise im ländlichen Raum. Dort besteht die Möglichkeit, Emissionen durch Elektromobilität zu begrenzen. Denn gerade in der Fläche, die im Gegensatz zu städtischen Ballungsräumen kein vergleichbar dichtes Netz an öffentlichem Personennahverkehr aufweist, hängt individuelle Mobilität in besonderem Maße vom PKW ab. Hier bestehen besondere Chancen für Elektromobilität, speziell auch im Pendlerverkehr, da Strom aus erneuerbaren Energien vornehmlich im ländlichen Raum erzeugt wird und ohne verlustreiche Energietransporte genutzt werden kann.

 

Allerdings sind die Anforderungen an Elektromobilität im ländlichen Raum andere als in Ballungszentren. Landrat Arnold stellt klar: „Wenn Elektromobilität eine ernstzunehmende Alternative zu konventionellen Antriebstechnologien wird und diese längerfristig ersetzen soll, muss die benötigte Infrastruktur flächendeckend verfügbar sein. Aus diesem Grund müssen Fahrzeug- und Batterietechnologien entwickelt werden, die leistungsfähig genug sind, um in der Fläche eingesetzt zu werden.“

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