Rettungsdienstleitstellen der Landkreise stehen weiterhin bereit, künftig auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu koordinieren!

Gesundheit

Landkreise bieten der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und dem Hessischen Sozialministerium Zusammenarbeit an

In Anknüpfung an die in den vergangenen Tagen öffentlich geführten Debatten über die Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes und die Hilfsfristen im Rettungsdienst in Hessen hat der Hessische Landkreistag sein Angebot, künftig auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst über die Rettungsdienstleitstellen der Landkreise zu koordinieren, gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration erneuert.

Der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Erich Pipa (Main-Kinzig-Kreis), führt dazu - mit Blick auf die bereits im Jahr 2013 öffentlich geführte Diskussion - aus: 

"Die zentralen Leitstellen der Landkreise und kreisfreien Städte koordinieren seit Jahren erfolgreich die Einsätze im Rettungsdienst und im Brand- und Katastrophenschutz für die über 6 Millionen Menschen in Hessen. Modernste Infrastruktur, bestens geschultes Fachpersonal und umfangreiche Ortskenntnisse sorgen dafür, dass die Menschen vor Ort ohne Umweg und Zeitverlust Hilfe bekommen. Diese Leistung könnte durch das zusätzliche Disponieren des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes - wie dies modellhaft und erfolgreich beispielsweise schon im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Bergstraße erfolgt ist - weiter optimiert werden. Die Entscheidung über die Zuweisung zum Rettungsdienst (Notarzt) oder zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Hausarzt) kann damit aus einer Hand erfolgen; dadurch werden die Hilfewege kürzer, bei Bedarf schneller ein Notarzt zum Patienten geschickt, Fehleinsätze reduziert sowie finanzielle Einsparungen im Rettungsdienst und im Ärztlichen Bereitschaftsdienst möglich. Das von der Kassenärztlichen Vereinigung bislang priorisierte System, das den Ärztlichen Bereitschaftsdienst über zwei eigene Zentralen für Hessen steuern soll, lässt die sich bietenden Chancen für das hessische Gesundheitssystem weitgehend ungenutzt und birgt die Gefahr großer Bürger- und Patientenferne.

Wir haben daher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und Herrn Staatsminister Grüttner aktuell erneut signalisiert, dass die Leitstellen der Landkreise in kurzer Zeit in der Lage sind, auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu disponieren und damit den Menschen vor Ort eine Anlaufstelle in gesundheitlichen Notlagen - und dies verknüpft mit dem Brand- und Katastrophenschutz - zu bieten. Die 21 Landkreise hoffen, dass die Kassenärztliche Vereinigung und das Land mit Blick auf die neueren Erfahrungen bei der Umsetzung der Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes bereit sind, den von den Landkreisen vorgeschlagenen innovativen, bürgernahen und (gesundheits-)ökonomisch sinnvollen Weg mitzugehen. Der Hessische Landkreistag steht jederzeit gerne für entsprechende Gespräche über gemeinsame Lösungen zur Verfügung."

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