Städtetag und Landkreistag setzen bei der Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt auf die hohe Kompetenz der Kommunalen Jobcenter

Arbeitsmarkt

Viele der nach Hessen zugewiesenen geflüchteten Menschen wurden mittlerweile als Asylberechtigte anerkannt und erhalten nun Leistungen nach dem SGB II. Allein in den 2 hessischen kreisfreien Städten und in den 14 hessischen Landkreisen mit Kommunalen Jobcentern leben insgesamt annähernd 37.200 Asylberechtigte, von denen gegenwärtig rund 26.800 durch die Kommunalen Jobcenter betreut werden, da sie als erwerbsfähige Leistungsberechtigte grundsätzlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. "Neben der Sicherstellung von Grundbedürfnissen, wie Wohnraum und monetäre Leistungen, sorgen die Kommunalen Jobcenter auch dafür, diesen Menschen eine existenzsichernde berufliche Perspektive unabhängig von staatlichen Transferleistungen zu ermöglichen. Obwohl die Arbeitslosenquote in Hessen im April 2018 mit 4,8 Prozent sehr gut dasteht und die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen entsprechend hoch ist, findet nicht jeder Flüchtling auch eine passende Arbeitsstelle", erklärt der Direktor des Hessischen Landkreistages Prof. Dr. Jan Hilligardt.

Die Kommunalen Jobcenter unterstützen diese Menschen mit dem nötigen Herzblut, nicht nur um die Gepflogenheiten des hiesigen Arbeitsmarktes kennenzulernen. Zudem werden sie bedarfsgerecht qualifiziert und können im optimalen Verlauf passgenau in den regionalen Arbeitsmarkt vermittelt werden. Dazu wird auf die individuellen Fähigkeiten der Menschen gesetzt und es werden vor Ort entsprechend zielgerichtete Maßnahmen angeboten. "Misslich ist hierbei nur, dass es trotz zahlreicher Appelle in Richtung Berlin für die SGB II-Träger nach wie vor nicht möglich ist, die Sprachförderung vor Ort eigenverantwortlich und bedarfsgerecht zu steuern und auszugestalten. Hier ist man weiterhin vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abhängig. Diese träge Schnittstelle erschwert die Arbeit mit dem Personenkreis erheblich und verschwendet zudem viel kostbare Zeit im gesamten Integrationsprozess", kritisiert Hilligardt.

"Um einen Einblick in die engagierte und professionelle Arbeit aller 16 Kommunalen Jobcenter in Hessen zu erhalten, haben der Hessische Städtetag und der Hessische Landkreistag gemeinsam mit dem Land Hessen die Broschüre "GEMEINSAM auf dem Weg erfolgreicher Integration" veröffentlicht. Diese steht im Internet unter www.kjc-hessen.de/projekte/Gefluechtete.php zur Verfügung und stellt anschaulich dar, wie Förderketten über die einzelnen Institutionen und Rechtskreise hinweg für den einzelnen Geflüchteten ihre Wirkung entfalten können", so Stephan Gieseler, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städtetages und ergänzt: "Genau hierin liegt die Stärke der Kommunen, innerhalb der Gebietskörperschaft und mit den lokalen Akteuren den regionalen Gegebenheiten entsprechend zu kooperieren. Hieraus gehen eine Vielzahl gelungener Projekte und Kooperationen der Kommunalen Jobcenter im Zusammenhang mit der Integration von geflüchteten Menschen hervor. "Ein Blick in die Broschüre lohnt sich nicht nur, um gute Anregungen für die eigene Arbeit vor Ort zu bekommen. Er hilft auch sehr anschaulich zu verstehen, welche komplexe Unterstützung diese Menschen teilweise benötigen, um in Deutschland existenzsichernd Fuß fassen zu können. Oder könnten Sie diese Frage auf Anhieb so beantworten?" fragt Gieseler abschließend.

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„Erwartungen und Forderungen“ der kommunalen Ebene für die 20. Legislaturperiode

 

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        • Forderungen der kommunalen Spitzenverbände an den 20. Hessischen Landtag und die Landesregierung für die Jahre 2019 bis 2024
        • Hessische Landrätinnen und Landräte zu Gast in Berlin
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        • Fachtag für die Jugendämter zur Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
        • Änderung des HBKG: Neuregelung bei der Ausrufung des Katastrophenfalles
        • Fachtagung Lebenswelt geflüchteter Frauen
        • Digitalisierung des Schulunterrichts


        Aus dem Deutschen Landkreistag:

              • Gute Finanzlage für Schuldenabbau und Investitionen nutzen
              • Jobcenter-Sanktionen vereinfachen


              Personalien / Termine